Wir über uns

 

integrierte (Schulformübergreifende) Gesamtschule (IGS)

 

Die integrierte Gesamtschule berücksichtigt besonders die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen, die Breite der individuellen Begabungen und Neigungen sowie der Unterschiede in der Lernsituation, im Lernverhalten und der kulturellen Herkunft der Schüler. Sie hat die Aufgabe, durch gemeinsame Lernerfahrungen das gegenseitige Verstehen zu fördern, die Bereitschaft zu sozialem Handeln und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit von Menschen unterschiedlicher Lern- und Lebensbedingungen weiterzuentwickeln.

Sie ist durch gemeinsamen Kernunterricht und Unterricht in Kursen, die nach Anspruchshöhe, Begabung und Neigung differenziert werden, gekennzeichnet. Diese Unterrichtsorganisation ermöglicht unseren Schülerinnen und Schülern einen individuellen Bildungsweg und hält die Festlegung auf einen Schulabschluss möglichst lange offen.

Unterricht und Unterrichtsorganisation

Im Kernunterricht lernen Schüler mit unterschiedlichen Begabungen, Lernvoraus-setzungen, Neigungen und Interessen gemeinsam. Durch das gemeinsame Lernen sollen soziale Lernprozesse und durch innere Differenzierung die individuellen Fähigkeiten der Schüler entwickelt werden. Die äußere Differenzierung dient, wie die innere, der Entwicklung der individuellen Fähigkeiten und Neigungen der Schüler. Die Fachleistungsdifferenzierung erfolgt auf drei Anspruchsebenen (A-, B- und C-Kurs). In dem erstgenannten Kurs werden die höchsten Anforderungen gestellt.

Vorrücken und Abschlussqualifikationen

Die Schülerinnen und Schüler rücken automatisch in die nächste Jahrgangsstufe vor, eine Nichtversetzung gibt es nicht. Ab der Jahrgangsstufe 8 wird den Eltern halbjährlich schriftlich mitgeteilt, welcher Abschluss der Schülerin bzw. dem Schüler nach dem gegenwärtigen Leistungsstand voraussichtlich zuerkannt werden kann. Weitere Informationen erhalten Sie in der ausführlichen Schullaufbahnbroschüre unserer Schule (siehe Menüpunkt Schullaufbahn)

 

Henry Harnischfeger

Der Stifter unserer Schule: Henry Harnschfeger

Wenn die Henry Harnischfeger Schule ihren 75 jährigen Geburtstag feiert und auf ihre Geschichte zurückblickt, dann muss man mit ihrem Geburtshelfer, ihrem großzügigen Stifter, beginnen. Es klingt wie ein Märchen. Ein Junge aus einfachen Verhältnissen, mit nicht mehr ausgestattet als dem Glauben an seine eigenen Fähigkeiten, verlässt seine kleine Heimatstadt, macht sich auf in die weite Welt, wird reich und erfolgreich und am Ende seines Lebens kehrt er als Wohltäter zurück in das durch eine Wirtschaftskrise verarmte Städtchen seiner Geburt und stiftet eine Schule, die fortan seinen Namen trägt.

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Man möchte glauben, das ist die Märchenwelt der Gebrüder Grimm. Aber diese Geschichte hat sich wirklich zugetragen; es ist das Leben des in Salmünster geborenen Henry Harnischfeger. Unsere Schule trägt seinen Namen. Henry Harnischfeger wurde am 10. Juli 1855 in Salmünster geboren. Seine Eltern, Constantin und Christina Harnischfeger, betrieben eine kleine Gerberei und ein wenig Landwirtschaft.

Heinrich (Henry) besuchte die von den Franziskanermönchen geführte Klosterschule. Den Wunsch, Mönch oder Schneider zu werden, gab er auf, als ihn die Franziskanermönche anregten, eine Lehre als Bauschlosser zu beginnen. Seine Eltern unterstützten ihn, als er schließlich eine Ausbildung im Bauschlosshandel antrat. Wahrscheinlich wurden hier die Fundamente sowohl für das praktisch-technische als auch kaufmännische Verständnis gelegt, das Henry Harnischfeger in seinen späteren Unternehmungen auszeichnete. Nach einer kurzen Beschäftigung in einer Eisenbahn-Reparaturwerkstatt in Fulda wurde er bald Bauschlossfacharbeiter.

Zur Fortsetzung seiner Karriere wollte Henry in die Vereinigten Staaten auswandern. Ein Vetter hatte dies fünf Jahre vorher erfolgreich getan. Mit der Erlaubnis seines Vaters verließ Henry am 23. März 1872 Deutschland . Am 9. April 1872 landete er in New Jersey. Für kurze Zeit arbeitete Henry bei seinem Vetter in dessen Bäckerei. Durch ihn lernte er Angestellte der Singer Nähmaschinenfabrik kennen und bald arbeitete er an der Herstellung von Nähmaschinenteilen. Wegen einer Firmenkrise wurde er entlassen, fand aber schnell wieder eine Beschäftigung als Bauschlosser in einer anderen Firma. Er zog nach Rhode Island, um weiter praktische Erfahrungen zu sammeln. Eine weitere wirtschaftliche Krise setzte ihn erneut auf die Straße. Nach einem kurzen Aufenthalt in New York fand er bald eine Beschäftigung in einer neuen Singer Fabrik in New Jersey. Er entwickelte eine Nähmaschine, die die erste automatische Schraubmaschine enthielt. Während seiner Arbeit in der Singer Sewing Machine Company von 1874 bis 1881 studierte Henry nun zusätzlich Technik.

1881 ergriff er die Gelegenheit, als Werkzeugmacher für die Whitehill Sewing Machine Company nach Milwaukee, Wisconsin, umzusiedeln. Milwaukee war damals bevorzugt Ziel von deutschen Auswanderern und es gab viele deutsche Geschäfte und deutsche Zeitungen. 1884 gründete Henry Harnischfeger zusammen mit Alonzo Pawling, einem Modellbauer, eine eigene Firma, Pawling & Harnischfeger Machine and Pattern Shop. In den ersten Jahren produzierte die Firma Holzmodelle für Maschinenerfinder. Aufgrund fundierter Kenntnisse und handwerklichen Geschicks setzte sich P&H gegen die Konkurrenz durch und widerstand wirtschaftlichen Krisen.

1887 verbesserten die beiden Tüftler einen umgefallenen Kran so, dass sie zukünftig ein Produkt ihr eigen nennen konnten, das immer mehr Kunden fand. Bis 1903 hatte die Firma 100 Mitarbeiter. 1911 übernahm Henry Harnischfeger auch die Anteile seines Partners und die Firma nannte sich nun P&H Harnischfeger. Ab 1912 begann P&H die Produktserie zu erweitern, um sich gegen Absatzkrisen zu wappnen. Die Folge war eine stetige Expansion des Unternehmens. 1930 beschäftigte die Firma 1500 Arbeiter und stellte Kräne, Bagger und Baumaschinen her.

Bis zu seinem Tode am 15. November 1930 stand Henry Harnischfeger an der Spitze seiner Firma. Neben seiner Tätigkeit als Firmenchef engagierte sich Henry Harnischfeger in zahlreichen Stiftungen, in der Wisconsin Natural History Society und in vielen karitativen Gesellschaften. Sein soziales Denken für seine Arbeiter ist belegt. Nach seinem Tode übernahm sein Sohn Walter die Leitung der Firma und baute sie zu einem weltweit operierenden Unternehmen aus. Henry Harnischfeger hat die Verbindung zu seiner Heimatstadt nie aufgegeben. Kurz vor seinem Tod reist er 1930 noch einmal nach Salmünster und stiftet der Salmünsterer Bevölkerung eine Schule, die nach damaligen Verhältnissen als sehr modern anzusehen ist. Schon damals besaß eine Warmwasserheizung. Das Gebäude ist im Bauhausstil entworfen.

Der Jugend eine gute Ausbildung zu ermöglichen, muss ihm ein Herzenswunsch gewesen sein. Bei seinem langen Weg vom Lehrling zum Arbeiter und schließlich zum Konzernchef war ihm sicher immer bewusst, was für einen Wert Bildung für die Lebensgeschichte eines Menschen hat. Einer Stadt eine Schule zu schenken ist ein einmaliger Akt. Die Großzügigkeit und der Weitblick, die darin zum Ausdruck kommen, spricht für den warmherzigen Charakter und die Klugheit des Spenders.