Beklemmende Gefühle bei eisiger Kälte in der Gedenkstätte Buchenwald

Jahrgang 10 der Henry-Harnischfeger-Schule kurz vor Holocaust-Gedenktag im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald

 

Fünf Klassen des Jahrgangs 10 der Henry-Harnischfeger-Schule Bad Soden-Salmünster besuchten kurz vor dem Holocaust-Gedenktag am 27. Januar das Konzentrationslager Buchenwald bei Weimar.

Die Schülerinnen Jennifer Schröder und Melanie Hagemann aus Klasse 10a berichten:

„Von Weitem schon sahen wir den hohen Turm, der auf dem verschneiten Ettersberg bei Weimar in die Höhe ragte. Wenige Meter hinter dem Glockenturm befand sich das KZ. Dort angekommen sahen wir einen Film über das Arbeitslager auf einer riesigen Leinwand. Er war über die Menschen, die dort unter schlimmsten Bedingungen ums Überleben kämpften. 56.000 von ihnen überlebten die Gefangenschaft bis zur Befreiung im April 1945 nicht. In dem Film sahen wir schreckliche Fotos von Leichenbergen und Zeitzeugen berichteten von ihren Erlebnissen.

Anschließend bekamen wir eine Führung über das Gelände. Wir sahen das Gebäude, in dem die ankommenden Gefangenen ihre Kleidung ablegen mussten und Häftlingskleidung bekamen. Darauf war ein Zeichen aufgedruckt, das den Grund ihrer Inhaftierung zeigte. Gefangene waren zum Beispiel politische Gegner, Juden und Homosexuelle, an denen zum Teil grausame medizinische Versuche durchgeführt wurden.

Krematorium KZUm einen weiteren Überblick über das Ausmaß des Konzentrationslagers zu bekommen, gingen wir in den sogenannten „Modellraum“. Dort wurde uns eine Abbildung des ursprünglichen Geländes gezeigt, das sich keiner von uns so groß vorgestellt hatte. Ein Mitarbeiter der Gedenkstätte veranschaulichte uns am Modell den gefährlichen Steinbruch. Hier herrschten die härtesten Arbeitsbedingungen und viele Gefangene kamen dort um. Das Überleben hing nämlich auch von der Arbeit ab, die man verrichten musste. Daneben sorgten Seuchen und Hungersnöte in den überfüllten Baracken für viele Tote. Als wir den Raum verließen und weitergingen, standen wir vor einem eisernen Tor.

Dort stand in großen Lettern „Jedem das Seine“. Egal bei welchem Wetter mussten die Gefangenen dort in ihrer spärlichen Kleidung stundenlang strammstehen und sich diesen Spruch ansehen. Selbst die Tiere im lagereigenen Gehege lebten unter besseren Bedingungen. Als wir selbst vor dem Tor standen, überkam uns ein sehr beklemmendes Gefühl.

Am Ende der Führung kamen wir zum Krematorium. Dieses bestand zum größten Teil aus Öfen, in welchen die Leichen der KZ-Häftlinge verbrannt wurden. Hier überkam uns wieder dieses bedrückende Gefühl. Vor den Öfen waren Gedenktafeln von Angehörigen angebracht worden, um ihren Lieben zu gedenken.

Nach dem Krematorium gingen wir in den sogenannten „Pferdestall“, in welchem unzählige sowjetische Soldaten hinterhältig ermordet wurden. Dieses Gebäude wurde rekonstruiert. Im Anschluss besuchten wir das Museum. Dieses war sehr modern eingerichtet und zeigte unter anderem verschiedene Geschichten von Häftlingen, die sehr traurig und verstörend waren. Auf der Rückfahrt zur Schule war es sehr still und wir redeten sehr intensiv über die Grausamkeiten während der Zeit des Nationalsozialismus.“

Hier standen die Baracken, in denen die inhaftierten Menschen hungerten und froren.