Erfolgreiche Experimente

Jeder der acht Teilnehmer der Henry-Harnischfeger-Schule am Hessischen Chemie-Wettbewerb hat gewonnen. „Das hatten wir noch nie in der Vergangenheit“, freute sich Wilfried Schlägel, der die Arbeitsgemeinschaft Chemie leitet. Marvin Breidenbach, Maksim Dekic, Vinzent Enders, Jonas Glück, Alexander Hein, Luca Merz, Justin Viliani und Max Vormwald holten zwei Mal einen dritten und ein Mal einen zweiten Platz. Am 13. Dezember erfolgt die offizielle Preisübergabe in der Goethe-Universität in Frankfurt.

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Die siegreichen Chemie-AG-Mitglieder mit Wilfried Schlägel und Gabriele Ebbeler-Tischbirek. Foto: Kruse

2016, als die Schüler ihre Ergebnisse für den Wettbewerb einreichten, besuchten sie die neunte beziehungsweise siebte Jahrgangsstufe. „Wir sind eine der ganz wenigen Gesamtschulen, die an diesem Wettbewerb teilnahmen“, berichtete Wilfried Schlägel. Ansonsten seien dort vornehmlich Gymnasiasten vertreten. Den Grundstein für das wissenschaftliche Arbeiten legt die Harnischfeger-Schule in ihren Profilklassen. Das wird daran deutlich, dass alle Teilnehmer der Chemie-AG ihren Beginn an der Schule in einer „NaWi“-Klasse machten.

Die Arbeit der AG verlaufe in intensiver Teamarbeit, berichteten die Jugendlichen. Alle tragen bestimmte Bausteine zusammen. Es wird experimentiert und wissenschaftlich ausgewertet. Die Großen helfen dabei den Jüngeren.

Es ging um den Aufbau von Chlorophyll und chemische Reaktionen rund um das „Grün“. So ließen die Schüler Kresse in der Petrischale unter verschiedenen Bedingungen keimen, veränderten dabei die Zufuhr von Wasser, die Temperatur und das Licht. Die Schüler erkannten, saures Wasser oder basisches Wasser lassen die Kresse weniger gut wachsen als Wasser mit einem neutralen PH-Wert. Sie ergründeten, wie und warum sich Eiweiße und Enzyme durch Zusammentreffen mit Basen und Säuren verändern. Sie machten mittels Papier-Chromatografie die verschiedenen Farbstoffe in der Kresse sichtbar.

Im Experiment mit Petersilie in siedendem Wasser erfuhren sie, dass durch die Zugabe einer Kupfermünze ein kräftiges Grün entsteht, während die Farbe bei Zugabe von Essig schwächer wird. Beim Kochen in Kupfertöpfen wird etwa die Farbe von Bohnen oder Erbsen intensiver grün. Grund dafür ist, dass sich freie Kupfer-Ionen im Chlorophyll einlagern und Magnesium stattdessen freigesetzt wird. „Es war Vieles dabei, das ich auch nicht wusste“, gestand Chemielehrer Schlägel.

Begonnen hatten die Schüler mit ihren Untersuchungen zu Beginn des Schuljahres. Am 15. Dezember galt es, die Ergebnisse abzuliefern. Etwa ein halbes Jahr stand zur Verfügung, um die Experimente auszuführen und auszuwerten. „Da macht jede Gruppe ein Experiment, sonst ist das nicht zu schaffen“, erklärt Schlägel. Die Schüler erhielten kürzlich die Mitteilung über ihre Platzierung und die Einladung nach Frankfurt von Gabriele Ebbeler-Tischbirek, der stellvertretenden Schulleiterin. Und am 14. Dezember werden die Schüler der Chemie-AG im Rahmen eines großen Ehrungsabends an der Harnischfeger-Schule für ihre Leistungen in der Chemie-AG ausgezeichnet.