Neues aus dem Schulgarten

Kürbis so weit das Auge reicht

 

Im Schulgarten der Henry-Harnischfeger-Schule blüht und gedeiht eine Kürbispflanze auf ungefähr 100 Quadratmetern. Mindestens sechs riesige Kürbisse und ungezählte kleinere Kürbisse sind aus dieser einen Kürbispflanze gewachsen. Vier Lehrerinnen betreuen die Arbeitsgemeinschaft Schulgarten. An jedem Freitag von 12.10 Uhr bis 14 Uhr planen, arbeiten und ernten Schüler und Lehrer gemeinsam nach dem Unterricht in ihrem Schulgarten. Dabei sind neben ganz normalen Beeten auch Lebensräume für viele Tiere entstanden. Die Schwalben finden hier eine Hilfe für ihren Nestbau. Und sowohl Igel als auch Eidechsen sind im Schulgarten willkommen. Weitere Trockenheit liebende Tiere können in der Erdholzmauer unterschlüpfen, ebenso wie einzeln lebende Insekten im Insektenhotel oder Käfer in der Käferwiege.

kuerbis.jpgAndreas Acker, Marcel Paller und Paul Schneeweis sind engagierte Schüler der Schulgarten AG. Stolz steigen sie in ihr Bohnen-Wigwam auf dem Schulhof. Dafür hatten sie schlanke Baumstämmchen aus dem Wald geholt und diese eingegraben. Anschließend legten sie etliche Saubohnen an die Holzstangen. Nach der kräftig roten Blüte wuchsen lange Bohnenschoten an dem Bohnenzelt.

Die Ernte der von den Mitgliedern der Schulhof AG angepflanzten Gemüse nähmen wohl Viele vor, vermuten die Lehrerinnen Heidrun Berressem und Daniela Rainer, die die AG betreuen. Am kommenden Freitag von 13 bis 17 Uhr und am Samstag von 9 bis 13 Uhr lädt die Henry-Harnischfeger-Schule für Aktionstage zur Schulhofgestaltung ein. Dazu sollen Schüler und Eltern möglichst mit Werkzeugen und Gartenausrüstung dabei sein. Jede helfende Hand werde gern gesehen. Da vielleicht nicht genügend Werkzeuge zur Verfügung stünden, sei die entsprechende wichtig.Als ich den Schulgarten an der Henry-Harnischfeger-Schule betrat, kam mir unwillkürlich ein Zitat des bekannten Reformpädagogen Hartmut von Hentig in den Sinn: „Ob die Schule es will oder nicht, ob die Lehrer dazu ausgebildet sind oder nicht; die Kinder verbringen inzwischen soviel Zeit in dieser Institution, dass sich die Schule um ihre Erziehung nicht drücken kann. Alles, was sie tut, und alles, was sie nicht tut, erzieht mit. Erziehung ist nicht ein Feld, auf dem Raps wächst, neben einem Feld, das Bildung und Wissen heißt, auf dem Kartoffeln wachsen. Die Zeit zwischen 8 und 14 Uhr ist ein Biotop, da wächst alles durcheinander: die Bildungsbäume und die Erziehungskräuter.“ (Gelnhäuser Neue Zeitung 22.09.09)